42 Berlin: Interkulturell, interdisziplinär, interoperabel

Die Software-Akademie “42” eröffnet in Berlin ihren nächsten Standort. Im Geist des Bauhaus’ soll die “42 Berlin” eine Lern- Vordenker-Werkstätte werden: Für digitale Technologien, entwickelt von transdisziplinären Teams, die unsere Welt im Sinne nachhaltiger Entwicklung voran bringen.

“Der Geist ist wie ein Regenschirm — er funktioniert am besten wenn offen.” Der Satz stammt von Walter Gropius, dem Gründer des Bauhaus und Vordenker praxisorientierter peer-learning Pädagogik. Rund hundert
Jahre ist er alt.

Zukunft hat immer Herkunft. Gropius Satz bringt die Philosophie unserer Software-Akademie für die Zukunft auf den Punkt: An der 42 Berlin geht es um die Gestaltung digitaler Systeme an den
Schnittstellen von virtueller und anfassbarer Welt. Offenheit ist auch bei uns ein zentraler Wert. Denn gerade digitale Systeme funktionieren am besten, wenn sie auf offenen Standards gründen, miteinander arbeiten und interoperabel werden.

In einem Essay im Oktober 2020 rief die EU-Präsidentin Ursula von der Leyen dazu auf, ein Neues Europäisches Bauhaus zu gründen. Wir möchten uns darin als Entwickler:innen cyber-physischer Systeme einbringen und werden im kommenden Sommer die erste “42” in Gropius’ Geburtsstadt eröffnen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem rund 600 Studierende sich im Peer Learning zu Software-Ingenieur:innen ausbilden: Mit zeitgemäßer Pädagogik, die intrinsische Motivation und Spaß am gemeinsamen Lernen ins Zentrum stellt.

Mit Offenheit in jeder Hinsicht — kulturell, technisch und weltanschaulich. Und mit Studierenden, die verstehen: Eine sinnhafte Umgestaltung der physischen Welt mithilfe digitaler Technologie ist nur möglich, wenn wir in
transdisziplinären Teams gemeinsam nach technischen Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit suchen und mit neuer, wirklich intelligenter Technologie die Schäden reparieren, die alte Technik im fossilen
Zeitalter geschaffen hat.

Berlin, die Stadt der ständigen Transformation, kann dabei eine Schlüsselrolle einnehmen. An der “42 Berlin” wird eine neue Generation von Software-Ingenieur:innen lernen, Technologie so zu gestalten, dass sie Transformation im Sinne wirtschaftlich ermächtigender, sozial gerechter und ökologisch nachhaltiger Entwicklung ermöglicht.

Hier ist unser Plan dazu: Im Juni eröffnen wir den dritten Standort der französischen Code-Akademien “42” in Deutschland. Mit Unterstützung von Volkswagen/CARIAD, SAP, Microsoft, Bayer, T-Systemsund vielen weiteren Partnern aus Wirtschaft, Akademia, Zivilgesellschaft und Politik werden wir einen Lernort schaffen, an dem Studierende nicht nur eine selbstbestimmte und erstklassige Ausbildung zu selbstbestimmten und erstklassigen
Programmierenden erfahren. Die “42 Berlin” soll zu einer Lern- & Vordenker-Werkstätte gesellschaftlich verantwortlicher Innovation für cyber-physische Systeme aller Art werden. Wichtige Anwendungsfelder und damit Schwerpunkte am Berliner Standort sind Mobility & Smart Cities, Digitally Enhanced Healthcare und Education Tech. Für alle diese Bereiche gilt wie bereits oben angedeutet:

Digitale Systeme für eine bessere Welt werden ihre volle Schubkraft nur entfalten können, wenn sie dank offener Standards interoperabel sind. Diese Systeme müssen von diversen Teams entwickelt werden, denn nur der Blick aus vielen Perspektiven ermöglicht es, die vielen vertrackten Probleme unserer Zeit zu lösen — und auch die notwendige Akzeptanz für die Lösungen zu schaffen.

Was heißt das konkret für uns? Software-Talente aus der ganzen Welt und aus allen sozialen Milieus werden ab Juni in Deutschlands Digital-Metropole in transdisziplinären Teams interoperable digitale Systeme mit
offenen Standards entwickeln. Der Aufbau des Berliner Standorts wird von den Erfahrungen aus der 42 Wolfsburg getragen. Wolfsburg und Berlin ergänzen einander dabei. In Wolfsburg geht es um Themen rund um
die (grüne) Zukunft der Mobilität; Der Berliner Standort wird das Spektrum der Anwendungsfelder deutlich erweitern. Studierende werden künftig zudem die Auswahl haben, in einer Weltmetropole zu leben, oder in einer
“klassischen” mittelgroßen Stadt mit Lebensqualität sowohl für Familien als auch für gemeinsame studentisches Wohnen. Und der nahegelegene Harz ist ein fantastischer Abenteuerspielplatz für Kletterer, Mountainbiker, Kayaker, Wanderer und alle die neben Technik auch die Natur tief in ihrem Leben verankern wollen.

Derweil können wir in Berlin auf viele erprobte pädagogische Prinzipien, Lernerfahrungen und Lerninhalte aus Wolfsburg aufbauen:

  1. Selbstbestimmtes Lernen und Peer-Learning mit Growth-Mindset
    In der 42 lernen die Studierenden selbstbestimmt und voneinander, es gibt es keine Professor*innen, die ihnen Wissen eintrichtern. Es gibt keine Vorlesungen, sondern LernRaum für die große Ambition aller
    Studierenden: Die Substanz verstehen und Praxis beherrschen. Wachsen — in Kompetenz und als Person. Wir glauben an das Konzept des Growth-Mindsets. Jeder Mensch kann über sich selbst hinauswachsen, wenn er sich entwickeln will. Es ist die Aufgabe einer zeitgemäßen Bildungseinrichtung, ein motivierendes, ermöglichendes und bestätigendes Umfeld dafür zu bieten. Bei uns tragen hierzu auch 42 Fellows bei. Das sind erfahrene Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, die verstanden haben. Nicht professorale Attitüde zählt, sondern Passion, Wissen und Erfahrung mit jungen, neugierigen Menschen zu teilen.
  2. Umfassende Bildung über Code hinaus
    An einer Coding-Schule lernen Studierende Software zu entwickeln. Doch gute Software-Ingenieur:innen sollten mehr können. An den 42 Berlin und Wolfsburg geht es deshalb auch darum eine pragmatisch gestaltende Haltung gegenüber der Welt als Ganzes und Organisationen im Besonderen, auf Governance und Partizipation in großen und kleinteiligen Strukturen entwickeln zu können, als mündige, kritisch reflektierende, mit-denkende Mit-Arbeiter. Hierauf zahlt auch das dritte Bildungsfeld unserer Studierenden ein, die Lebenskunst. Das Ziel lautet: Finde dein Tempo und deine Gewohnheiten für ein Leben im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen, Werten und Ambitionen. Lerne zu lernen. Code dein eigenes Betriebssystem für ein
    gutes Leben.
  3. Radikale Inklusion
    42 Wolfsburg und 42 Berlin orientieren sich am Gemeinschaftsprinzip des Burning-Man-Festivals, der radikalen Inklusion. Wir glauben an die Kraft der Vielfalt und ziehen Talente mit extrem diversen Hintergründen, Weltanschauungen und Lebensentwürfen an. Denn wie bei allen 42-Schulen weltweit gilt auch hier: Es gibt keine Studiengebühren und keine formalen Zugangsbeschränkungen. Bei uns können alle Volljährigen studieren, die das Talent und die Ambition mitbringen, um unsere vierwöchige Eingangsprüfung, die sogenannte “Piscine” zu überstehen. Ein deutliches Commitment zu sozialer Mobilität.
    Nach einem Jahr 42 Wolfsburg wissen wir: Wir können Bildung hacken. Wenn wir jungen Menschen einen LernRaum bieten, in dem Vielfalt und Selbstbestimmung, Ambition und erstklassige Lernwerkzeuge
    zusammenkommen, entsteht zukunftsweisendes gemeinschaftliches Lernen..

In Berlin gehen wir jetzt den nächsten Schritt. Vielleicht haben uns ja die Studierenden mit ihrem Growth-Mindset angesteckt. Es gibt übrigens noch ein Zitat von Walter Gropius, das wir sehr schätzen: „Wir müssen
der Jugend mehr Gelegenheit geben, während ihrer Ausbildungszeit persönliche Erfahrungen zu machen. Nur wenn wir sie selbst Tatsachen finden lassen, kann Wissen zur Weisheit werden.“ Genau in diesem Sinne soll
die “42 Berlin” ein Ort des gemeinsamen Lernens werden. Wer möchte mitmachen? Als Studierende:r, Fellow, Partner? Sprechen Sie uns an.
Wir wollen in interkulturellen Teams interdisziplinär lernen und gemeinsam interoperable Systeme gestalten.
Wir sind neugierig, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Wirklich. Denn wir sind fest überzeugt: Nur wenn wir Menschen in Vielfalt, mit Offenheit und in konstruktivem Geist zusammenarbeiten, werden das
auch die cyber-physischen Systeme können.

42 is an innovative, higher education software engineering school, sponsored by Volkswagen

42 is an innovative, higher education software engineering school, sponsored by Volkswagen